Tour de France: Virus beeinträchtigt Teams, auch Pogacar-Helfer betroffen

Krankheitswelle im Peloton
Eine Krankheitswelle hat fast alle der 23 Teams der Tour de France erfasst, darunter auch das Team UAE Emirates von Tadej Pogacar. Mehrere Fahrer sind betroffen, was zu Ausfällen und Beeinträchtigungen führt. Die Situation zwingt die Teams zu Vorsichtsmaßnahmen, die an frühere Pandemiezeiten erinnern.
Bei UAE Emirates musste Brandon McNulty (USA) die 18. Etappe von Voiron nach Orcières-Merlette aufgrund einer Krankheit aufgeben. Sein Teamkollege Tim Wellens (Belgien) erreichte das Ziel in Orcières-Merlette nur knapp innerhalb des Zeitlimits. Adam Yates (Großbritannien) kam auf der 17. Etappe mit einem deutlichen Rückstand ins Ziel und kämpfte auch am Mittwoch mit Magenproblemen, musste sich übergeben. Bei McNulty wurden starke Halsschmerzen als Ursache genannt.

Nils Politt, ein deutscher Fahrer im Team von Pogacar, ist bisher nicht erkrankt. Er berichtete, dass es in seinem Team möglicherweise drei betroffene Fahrer gibt. Politt äußerte, dass er nicht wisse, was genau umgehe, aber viele Fahrer im Feld angeschlagen und krank seien, auch wenn sie keine spezifischen Symptome wie Durchfall oder Erbrechen zeigten.
Vorsichtsmaßnahmen und Auswirkungen
Als Reaktion auf die Krankheitswelle haben die Teams Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung zu verhindern. Bei UAE Emirates und wahrscheinlich auch anderen Teams entfällt das gemeinsame Abendessen. Fahrer, die sich unwohl fühlen, essen auf ihren Zimmern. Politt beschrieb die Situation als ähnlich zu „Corona-Zeiten“ mit Händedesinfektion und Maskenpflicht, die bis 2024 bei der Tour teilweise noch galt.
Die Krankheit betrifft nicht nur UAE Emirates. Politt erwähnte, dass auch von anderen Teams Krankheiten bekannt seien. Er sagte, er habe noch nie eine Tour de France erlebt, bei der es keine Krankheiten gab, aber die aktuelle Verbreitung über viele Mannschaften sei ungewöhnlich. Der ausgeschiedene Mit-Favorit Jonas Vingegaard (Dänemark), der wegen eines Schlüsselbeinbruchs ausschied, trug außerhalb des Rennens meist eine Maske.
Die Schwächung des Teams von Pogacar kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, kurz vor den entscheidenden Etappen in den Alpen, die nach Alpe d’Huez führen. Pogacar selbst versuchte, die Situation herunterzuspielen. Er sagte, es sei ärgerlich, McNulty zu verlieren, da er ein wertvoller Fahrer sei. Bezüglich Yates äußerte er, dass dieser zurückkommen werde und es ihm besser gehe. Wellens müsse man nur motivieren, dann gehe er durch alle Schmerzen.
Trotz der Herausforderungen wird Pogacar voraussichtlich von Nils Politt, Felix Großschartner und Isaac del Toro unterstützt werden können, vorausgesetzt, die Krankheitserreger breiten sich nicht weiter aus. Pogacar betonte, dass er im Rennen seinem Instinkt folgen werde und daran glaube, dass alles gut werde. Er fügte hinzu: „Wir werden die nächsten beiden Tage schon überleben.“
Etappensieg und verbleibende Chancen
Die 18. Etappe nach Orcières-Merlette gewann Richard Carapaz (Ecuador). Der Olympiasieger von 2021 setzte sich aus einer Ausreißergruppe ab und sicherte sich den Etappensieg. Carapaz hatte in den vergangenen drei Wochen immer wieder versucht, einen Etappensieg zu erzielen, und nutzte nun eine der letzten Gelegenheiten.
Für Teams, die noch keinen Tageserfolg verbuchen konnten und im Gesamtklassement keine Rolle spielen, schwinden die Chancen auf Erfolge. Die 18. Etappe galt als eine der letzten Möglichkeiten für solche Teams. Auch das Team Visma-Lease-A-Bike sucht nach dem Ausscheiden ihres Kapitäns Jonas Vingegaard noch nach einem Erfolg. Matteo Jorgenson (USA) beendete die Etappe als Dritter, konnte aber Carapaz auf den letzten Kilometern nicht folgen.
Die verbleibenden Tage in den Alpen und die Schlussetappe in Paris bieten noch Gelegenheiten für Etappensiege, sofern Tadej Pogacar und die Podiumskandidaten dies zulassen. Politt zeigte sich kämpferisch und erklärte, dass das Team alles auf der Straße geben werde, um noch eine Etappe zu gewinnen und das Gelbe Trikot nach Paris zu bringen.
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Source: bild.de