Van der Poel siegt auf den Champs-Élysées nach Philipsens Geste

Philipsen nimmt die Beine hoch, damit van der Poel sicher siegt - Radsport-News.com

Spektakuläres Finale der Tour de France

Die 113. Ausgabe der Tour de France fand ihren Höhepunkt in einem spannenden Finale auf den Champs-Élysées. Mathieu van der Poel sicherte sich den Sieg im Schlusssprint, knapp vor den herannahenden Verfolgern. Nach dem Rennen war der Niederländer sichtlich erschöpft und brauchte Zeit, um seinen Erfolg zu realisieren.

Van der Poel äußerte sich später, dass er ein ganzes Jahr lang an diesen Tag gedacht habe. Er verriet, dass er seinem Team eine Nachricht geschrieben habe, in der er seine Gedanken an diesen Moment teilte, der bereits begann, als er im Vorjahr krank war und das Rennen im Fernsehen verfolgen musste. Für ihn sei es ein wahr gewordener Traum.

Teamwork und eine besondere Geste

Das Finale auf den Champs-Élysées entwickelte sich zu einem Drama. Auf der letzten von drei Runden über den Montmartre attackierte der Weltmeister von 2023. Lediglich Tadej Pogacar, der Gesamtsieger, konnte ihm folgen. Die beiden Fahrer erarbeiteten sich einen Vorsprung von zwischenzeitlich fast 20 Sekunden vor dem Verfolgerfeld.

Kurz vor dem Ziel konnte van der Poel seinen Konkurrenten Pogacar abhängen. Der Sieg wurde jedoch auch durch das perfekte Timing seines Teamkollegen Jasper Philipsen ermöglicht. Philipsen, der mit hoher Geschwindigkeit von hinten aufschloss, hörte kurz vor der Ziellinie auf zu treten und riss den Arm in die Höhe, um den Sieg seines Teamkollegen zu feiern.

Philipsen erklärte seine Geste damit, dass van der Poel in der Vergangenheit viel für ihn getan habe. Er bezeichnete van der Poel als unglaublichen Teamkollegen, Champion und Freund. Philipsen lobte van der Poels uneigennütziges Verhalten und seine Stärke, anderen Teamkollegen zu Siegen zu verhelfen. Er hatte van der Poel bereits auf der 17. Etappe von Chambery nach Voiron zu einem Etappensieg verholfen.

Dieser Doppelsieg in Paris war ein Meilenstein für das Team. Philipsen, der bei dieser Frankreich-Rundfahrt auf der 17. Etappe triumphierte, zeigte sich als perfekter Teamplayer. Er betonte, dass dieser Erfolg eine Teamleistung sei und lange Zeit in Erinnerung bleiben werde.

Bedeutung des Sieges und neue Streckenführung

Der Sieg auf den Champs-Élysées hatte für van der Poel eine enorme Bedeutung. Er gestand in einem Interview, dass dies eines der Rennen war, die er in seinem Leben noch gewinnen wollte. Er musste dafür den derzeit weltbesten Rennfahrer mit einer Weltklasseleistung besiegen. Van der Poel erhöhte im letzten Anstieg zum Montmartre das Tempo so stark, dass nur Pogacar ihm folgen konnte.

Auf den letzten zehn Kilometern fuhren sie einen Vorsprung von etwa 15 Sekunden heraus, der jedoch bis zur Flamme Rouge auf fünf Sekunden schmolz, da das Decathlon-Team in der Verfolgergruppe Nachführarbeit leistete. Etwa 500 Meter vor dem Ziel blickte van der Poel zurück und mobilisierte alle Kräfte, als er sah, wie nah die Verfolger herangekommen waren. Er ließ Pogacar hinter sich, der erkannte, dass sein Vorhaben, als erster Mann in Gelb nach Bernhard Hinault 1982 in Gelb in Paris zu gewinnen, aussichtslos war.

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picture Credit: eurosport.de

Die Verfolger, angeführt von Mads Pedersen, kamen immer näher. Als Pedersen seinen Sprint begann, löste sich Philipsen aus dessen Windschatten und jagte dem Ziel entgegen, bis sein Antritt in Jubel überging. Van der Poel erinnerte sich an die letzten Meter als ein denkwürdiges Rennen, das den Erwartungen der Organisatoren entsprach. An den drei Montmartre-Anstiegen hatten die besten Fahrer der Tour de France wie erwartet attackiert und die Flachlandsprinter unter Druck gesetzt.

Van der Poel sank völlig erschöpft kurz hinter der Ziellinie vom Rad und lag minutenlang auf dem Boden. Er sagte, dies zeige, dass sie niemals aufgeben. Obwohl der Start der Rundfahrt vielleicht nicht optimal war, seien die Plätze eins und zwei auf den Champs-Élysées ein sehr gutes Ergebnis für sein Team, das insgesamt drei Etappensiege verbuchen konnte.

Mit diesem Sieg auf den Champs-Élysées erreichte van der Poel etwas, das weder seinem Großvater Raimond Poulidor noch seinem Vater Adrie van der Poel gelungen war. Sein Vater hatte 1982 in Paris immerhin den zweiten Platz hinter Bernard Hinault belegt. Adrie van der Poel freute sich besonders, dass sein Sohn das Gelbe Trikot besiegt hatte.

Die neue Streckenführung, die seit dem vergangenen Jahr nicht mehr in einem klassischen Sprint auf den Champs-Élysées endet, sondern über den Montmartre führt, stieß bei Traditionalisten auf gemischte Reaktionen. Während einige die spektakuläre Änderung begrüßten, wünschten sich andere einen ruhigeren letzten Tag für die Fahrer. Sollte diese Streckenführung beibehalten werden, könnten Klassiker-Spezialisten wie van der Poel weiterhin favorisiert sein.

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Source: radsport-news.com

Anna Klein ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.