Klopp als Bundestrainer vorgestellt: Matthäus lobt, Effenberg kritisiert

Nationalmannschaft: 5 Wahrheiten nach dem ersten Klopp-Auftritt

Klopps Team und erste Reaktionen

Jürgen Klopp wurde offiziell als neuer Bundestrainer des Deutschen Fußball-Bundes bestätigt. Er unterzeichnete einen Vierjahresvertrag, der vom 15. August an bis zur WM 2030 läuft. Der DFB-Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung stimmten einstimmig für die Verpflichtung des 59-Jährigen als Chefcoach der Nationalmannschaft.

Der frühere Dortmunder und Liverpooler Meistercoach äußerte sich zu seiner neuen Aufgabe: „Ich hab’ Bock.“ Er betonte, dass es seine Aufgabe sei, der Nationalmannschaft zu helfen und er alles dafür geben werde. Für ihn sei es eine große Ehre, Bundestrainer zu sein, da die Nationalmannschaft die Deutschen wie kaum etwas anderes verbinden könne.

Als Co-Trainer werden Klopps langjährige Assistenten Peter Krawietz und Pepijn Lijnders sowie Sven Bender fungieren. Lothar Matthäus, ein Rekordnationalspieler, lobte die Wahl der Assistenten. Er hob hervor, dass Bender nah am Fußball sei, sehr seriös arbeite und eine andere Denkweise habe, die dem fast 22 Jahre älteren Klopp neue Impulse geben könne.

Auch die Ernennung von Per Mertesacker zum DFB-Geschäftsführer Sport wurde von den Gremien bestätigt. Mertesacker, ein 2014-Weltmeister und langjähriger Nachwuchsmanager des FC Arsenal, wird Nachfolger von Andreas Rettig. Matthäus begrüßte diese Entscheidung und beschrieb Mertesacker als jemanden, der seinen Job ernst nehme und über den Tellerrand blicke.

Klopp wird zudem seinen langjährigen Berater Marc Kosicke mit zum DFB nehmen. Kosicke, den Klopp als seinen „Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation“ bezeichnete, sei seit Jahrzehnten eine Vertrauensperson. Matthäus sah in dieser Personalie keine Überraschung, da sich Kosicke und Klopp in- und auswendig kennen und Kosicke eine andere Perspektive einbringen könne.

Klopps Ansagen und Kritik

Bei seiner Vorstellung kündigte Klopp an, auch tief in die Strukturen des DFB gehen zu wollen. Er sagte: „Wer Jürgen holt, kriegt ihn.“ Er wolle nicht für andere Leute Entscheidungen treffen, aber dazu beitragen, dass der deutsche Fußball international wieder erfolgreich wird.

Stefan Effenberg, ein ehemaliger Nationalspieler, merkte an, dass Klopp seinen Worten Taten folgen lassen müsse. Er hob Klopps Aussage hervor, dass die Tür zur Nationalmannschaft für alle Spieler offen sei, als ein „deutliches Signal“, das das Leistungsprinzip unterstreiche.

Allerdings gab es auch Kritik an Klopps erstem Auftritt. Effenberg missfiel, dass Klopp bei seiner Vorstellung direkt mit seinem Abschied gedroht habe, sollte seine Familie nicht in Ruhe gelassen werden. „Das hat nicht wirklich gepasst“, bemerkte Effenberg, fügte aber hinzu: „Aber so ist Jürgen Klopp nun mal.“

Klopp selbst richtete eine Warnung an die Medien: „Wenn ihr euch danebenbenehmt oder meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg.“ Er stellte klar, dass es mehrere Kritiker sein müssten, ein einzelner reiche nicht aus, um ihn zum Rücktritt zu bewegen. Zudem betonte er, in einem solchen Fall keine Abfindung zu wollen.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf zeigte sich erfreut über die Verpflichtung und sagte, Klopp sei von Anfang an die Wunschlösung gewesen. Neuendorf bestätigte, dass der DFB eine Million Euro an Red Bull für Klopps Freigabe zahlen wird. Dieses Geld geht an die Red-Bull-Stiftung Wings for Life. Teil des Deals ist auch, bis zum Jahr 2030 drei Länderspiele in Leipzig auszutragen.

DFB: Jürgen Klopp wird Bundestrainer
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Klopp war bis 2024 Trainer des englischen Spitzenklubs FC Liverpool und hatte zuvor Borussia Dortmund und den FSV Mainz 05 trainiert. Zuletzt war er als Head of Global Soccer für den Red-Bull-Konzern tätig, sein dort bis 2029 laufender Vertrag wurde aufgelöst. Neuendorf berichtete von konstruktiven Gesprächen mit Red-Bull-Manager Oliver Mintzlaff, bei denen schnell klar wurde, dass eine Doppelfunktion als Bundestrainer und Angestellter bei Red Bull unmöglich sei.

Matthäus mahnte nach der Pressekonferenz, dass Klopp trotz seiner Ausstrahlung, Persönlichkeit und Erfolge an Ergebnissen gemessen werde. Die Nationalmannschaft war bei der Weltmeisterschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ausgeschieden, obwohl das ursprüngliche Ziel des DFB war, um den Titel mitzuspielen.

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Source: welt.de

Leon Richter ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.