Tour de France: Duell um Grünes Trikot spitzt sich zu, Lipowitz operiert

Das Rennen um das Grüne Trikot bei der Tour de France 2026 hat sich nach der 17. Etappe zugespitzt. Jasper Philipsen sicherte sich den Etappensieg, während Mads Pedersen, der das Grüne Trikot derzeit trägt, einen Rückschlag erlitt. Pedersen, der als kämpferischster Fahrer der Etappe ausgezeichnet wurde, zeigte sich enttäuscht über den Ausgang des Tages, da sein Vorsprung in der Punktewertung auf Philipsen auf 7 Punkte schrumpfte.
Pedersen hatte die Führung in der Punktewertung auf der 4. Etappe übernommen, nachdem er diese aus einer Fluchtgruppe heraus gewonnen hatte. Seitdem verteidigte er seinen Vorsprung durch fleißiges Punktesammeln bei Zwischensprints und Ausreißversuchen. Sein Team Lidl-Trek setzt auf eine Strategie, bei der Zwischensprints oft früh auf den Etappen stattfinden, was es dem Team ermöglicht, sich danach auf das Gesamtklassement zu konzentrieren.
Auf der 17. Etappe versuchte Pedersen, einen Massensprint zu verhindern, indem er früh attackierte. Obwohl er zwischenzeitlich aus der Spitzengruppe zurückfiel, schloss er die Lücke im Alleingang wieder. Trotz seiner Bemühungen und der Bildung einer sechsköpfigen Spitzengruppe, die lange nach dem Tagessieg aussah, scheiterte die Zusammenarbeit, und Philipsens Gruppe konnte aufschließen. Am Ende sprintete Philipsen zum Sieg, während Pedersen nur Achter wurde.
Pedersens Enttäuschung und der Kampf um Grün
Pedersen äußerte seine Frustration nach der Etappe deutlich. Er betonte, dass er für Punkte fahre und die Auszeichnung als kämpferischster Fahrer ihn nicht zufriedenstelle, da er Punkte an seinen Hauptkonkurrenten verloren habe. Er erklärte, dass der Kampf um das Grüne Trikot bis nach Paris ein täglicher Kampf sein werde und er entschlossen sei, es nach Hause zu bringen. Die kommenden drei Tage führen durch die Alpen, was Pedersen entgegenkommen könnte, bevor die 21. Etappe in Paris am gepflasterten Montmartre ein weiteres Terrain bietet, auf dem beide Fahrer stark erwartet werden.
Das Team Lidl-Trek verfolgt in dieser Tour de France ehrgeizige Ziele, darunter Sprinterfolge mit Pedersen und gute Ergebnisse im Gesamtklassement mit Juan Ayuso und Mattias Skjelmose. Obwohl Pedersens Etappensieg auf ungewöhnliche Weise zustande kam – nicht durch einen Massensprint, sondern aus einer stark besetzten Fluchtgruppe – hat er durch das Sammeln von Punkten in Zwischensprints und beeindruckende Ausreißversuche, die ihm laut procyclingstats bereits 414 km vor dem Feld einbrachten, seine Position gehalten.
Ein wichtiger Helfer für Pedersen ist Quinn Simmons, der mit 438 km die meiste Ausreißerfahrung im Team hat. Simmons, auch bekannt als „Captain America“, agiert als Allzweckwaffe, sicherte Pedersens Sieg als Etappenzweiter ab und unterstützte auch im Gebirge den schwächelnden Kapitän Ayuso. Die Leistungen von Simmons und Mattias Vacek tragen dazu bei, dass Lidl-Trek auch die Teamwertung anführt, noch vor dem Team UAE von Tadej Pogacar.
Verletzungen und Dopingkontrollen
Abseits des Kampfes um das Grüne Trikot gab es weitere wichtige Entwicklungen. Florian Lipowitz wurde nach seinem schweren Sturz am Dienstag bereits operiert. Er erlitt einen Bruch des rechten Schlüsselbeins, als er beim Einzelzeitfahren in einer Rechtskurve wegrutschte und gegen einen Bordstein prallte. Lipowitz, ein deutscher Topfahrer, musste die Tour de France aufgeben. Sein Teamchef Ralph Denk von Red Bull-Bora-hansgrohe bestätigte, dass es Lipowitz gut gehe und er voraussichtlich bis Donnerstag in einem französischen Krankenhaus behandelt werde. Der Sturz von Lipowitz überschattete den Etappensieg seines Teamkollegen Remco Evenepoel im Einzelzeitfahren.
Die 17. Etappe, die vom Profil her als die leichteste Alpen-Etappe dieser Tour galt, führte über 174,7 Kilometer von Chambéry nach Voiron. Ausreißer hatten gute Chancen auf den Sieg, und auch die Sprinter-Teams hofften auf eine Aufholjagd. Im Gesamtklassement hat Remco Evenepoel nach dem Tour-Aus von Lipowitz gute Chancen auf den zweiten Platz in Paris, mit einem Vorsprung von 2:19 Minuten auf den Drittplatzierten. Der Mexikaner Isaac del Toro und der Franzose Paul Seixas liegen nur 19 Sekunden auseinander und haben ein Polster von über zwei Minuten auf den Fünften Juan Ayuso vor den kommenden Alpen-Etappen.
Zudem gab es Diskussionen über Dopingkontrollen. Tadej Pogacar äußerte Bedenken bezüglich nächtlicher Kontrollen, die seine Konzentration beeinträchtigen könnten, während Ralph Denk eine andere Ansicht vertrat. Die International Testing Agency (ITA) teilte mit, dass am zweiten Ruhetag alle noch im Rennen befindlichen Fahrer Dopingkontrollen unterzogen wurden, die im Gegensatz zu den nächtlichen Kontrollen bei Jonas Vingegaard und Pogacar zu den üblichen Zeiten stattfanden.
Die 17. Etappe begann um 13:35 Uhr.
Source: sportschau.de