Wattenscheid: Gina Lückenkemper erklärt Tränen nach Deutschem Meisterschaftsrennen

Gina Lückenkemper kommen mitten im TV-Interview plötzlich die Tränen

Lückenkempers emotionale Erklärung

Gina Lückenkemper, die in Soest aufgewachsene Sprinterin, zeigte sich nach dem 100-Meter-Finale der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Wattenscheid sichtlich emotional. Im Interview nach ihrem Rennen im Lohrheidestadion kamen ihr plötzlich die Tränen. Sie erklärte, dass ein Zeckenbiss vor etwa vier Wochen ihr Nervensystem beeinträchtigt hatte, was zu Trainingsausfällen und Gleichgewichtsproblemen führte.

Der Zeckenbiss am Hinterkopf erforderte die Einnahme von Antibiotika und führte dazu, dass sie über mehrere Wochen nicht wie gewohnt trainieren konnte. Diese gesundheitlichen Probleme machten die Vorbereitung auf die Meisterschaft zu einer „Achterbahnfahrt“, da sie unsicher war, ob sie überhaupt antreten könnte. Lückenkemper betonte, dass sie froh sei, die drei Runden des Wettkampfes absolviert zu haben.

Die Auswirkungen des Zeckenbisses waren laut Lückenkemper auch während des Rennens spürbar. Sie erwähnte, dass ihr Gleichgewichtssystem nicht richtig funktionierte, was sich durch ein Wackeln des Kopfes in der Startposition bemerkbar machte. Dies erschwerte ihren Start zusätzlich, da ihre „Systeme ständig ausfielen“.

Ergebnisse der Deutschen Meisterschaft

Bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid belegte Gina Lückenkemper den dritten Platz über 100 Meter. Sie erreichte eine Zeit von 11,29 Sekunden. Damit endete ihre beeindruckende Serie von vier aufeinanderfolgenden deutschen Meistertiteln über diese Distanz. Die 29-Jährige hatte in den vergangenen vier Jahren den Titel gewonnen.

Den ersten Platz sicherte sich Jolina Ernst vom gastgebenden TV Wattenscheid mit einer Zeit von 11,26 Sekunden. Emma Goretzka vom LAC Berlin belegte ebenfalls mit 11,26 Sekunden den zweiten Rang. Rebekka Haase, die Jahresbeste, landete mit 11,30 Sekunden auf dem vierten Platz.

Im Vorlauf hatte Lückenkemper ihr Rennen in 11,45 Sekunden knapp vor Talea Prepens gewonnen, die ebenfalls 11,45 Sekunden erreichte. Im Halbfinale steigerte sie ihre Zeit auf 11,37 Sekunden und setzte sich gegen Rebekka Haase (11,41 Sekunden) durch. Emma Goretzka war im Halbfinale mit 11,32 Sekunden schneller. Lückenkemper zog mit der zweitschnellsten Zeit aller Finalistinnen in den Endlauf ein.

Im Finale konnte Lückenkemper ihre Leistung jedoch nicht weiter steigern. Ihre Zeit von 11,29 Sekunden lag sowohl über ihrer Saisonbestleistung von 11,21 Sekunden als auch über ihrer persönlichen Bestzeit von 10,93 Sekunden. Trotzdem bewertete sie die Bronzemedaille positiv und zeigte sich erleichtert, dass ihr Körper den Wettkampf durchgehalten hatte.

Auswirkungen und Zukunftsaussichten

Die gesundheitlichen Probleme durch den Zeckenbiss hatten nicht nur Auswirkungen auf ihre Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften, sondern stellten auch ihre Teilnahme an der Europameisterschaft in Birmingham in Frage, die vom 10. bis 16. August stattfinden soll. Lückenkemper war sich zwischenzeitlich unsicher, ob sie überhaupt in Wattenscheid an den Start gehen könnte.

Die 29-jährige Athletin, die bereits acht Titel bei Deutschen Meisterschaften über 100 Meter, 200 Meter und in der Sprintstaffel gewonnen hat, zeigte sich mit dem dritten Platz in diesem Jahr zufrieden. Ihre Erleichterung über die Bronzemedaille spiegelt die Herausforderungen wider, denen sie sich in den Wochen vor dem Wettkampf stellen musste.

Auch Hochspringer Falk Wendrich vom LAZ Soest stand bei der DM in Wattenscheid auf dem Podest und gewann Silber. Er übersprang 2,15 Meter, musste sich aber Tobias Potye geschlagen geben, der die gleiche Höhe im ersten Versuch meisterte. Wendrich zeigte sich unzufrieden mit dem Ergebnis, da er den Titel in Reichweite sah. Für die Europameisterschaft in Birmingham ist eine Bestätigungsnorm von 2,23 Metern erforderlich.

Potye musste den Wettkampf nach einer Verletzung an der Schläfe abbrechen, die er sich bei einem Anprall an die Hochsprunganlage zuzog. Wendrich empfand Mitgefühl für seinen Rivalen, da sie freundschaftlich verbunden sind. Er selbst hatte nach seinem erfolgreichen Sprung über 2,15 Meter noch Hoffnungen auf die EM-Norm gehegt.

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Source: bild.de

Anna Klein ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.