Evenepoel sichert Podiumsplatz bei der Tour de France

Tour de France - Remco Evenepoel in neuer Dimension, Paul Seixas zeigt sich als Champion: Drei Dinge, die auffielen

Evenepoels Leistung im Hochgebirge und Podiumsplatz

Remco Evenepoel hat bei der Tour de France seine Fähigkeiten im Hochgebirge unter Beweis gestellt und sich den zweiten Gesamtrang gesichert. Auf der 20. Etappe, die über den Col du Galibier mit 2642 Metern führte, zeigte der Belgier eine starke Leistung. Er hielt sich in der Favoritengruppe und hatte am Ende der anspruchsvollen Etappe noch Reserven, um die Verfolgung der Ausreißer aufzunehmen. Seine Konstanz während der gesamten Tour wurde von seinem Sportlichen Leiter Klaas Lodewyck hervorgehoben, der betonte, wie gut Evenepoel mit einer Grand Tour zurechtkommt.

Teamchef Ralph Denk äußerte sich „extrem stolz“ über Evenepoels Entwicklung und den wichtigen Schritt in seiner Karriere. Evenepoel selbst kommentierte ironisch die Kritik an seinen Hochgebirgsfähigkeiten und verwies auf seine früheren Erfolge, darunter einen dritten Platz vor zwei Jahren, den zweiten Platz in diesem Jahr und einen Sieg bei der Spanien-Rundfahrt. Auf der 20. Etappe wurde Evenepoel Zweiter mit 26 Sekunden Rückstand. Vor der Schlussetappe liegt er 6:26 Minuten hinter dem Gesamtführenden Tadej Pogacar.

Remco Evenepoel
Remco Evenepoel Credit: br.de

Seixas‘ beeindruckendes Debüt und Carapaz‘ Kampfgeist

Auch der Teenager Paul Seixas zeigte bei seiner ersten dreiwöchigen Rundfahrt eine bemerkenswerte Leistung. Als jüngster Teilnehmer seit 1937 startete er in die Tour und bewies auf der Königsetappe seine Ausdauer. Erst am letzten Berg der Tour begann der 19-Jährige zu schwächeln. Trotzdem kämpfte er um einen Podiumsplatz, verlor jedoch 1:50 Minuten auf das UAE-Duo und der Abstand im Gesamtklassement wuchs auf 2:14 Minuten an. Seixas zeigte sich enttäuscht, nicht um das Podium gekämpft zu haben, aber auch stolz auf seine Leistung.

Der Ecuadorianer Richard Carapaz sicherte sich den Sieg auf der 20. Etappe und konnte das Bergtrikot verteidigen. Er kämpfte sich durch mehrere Attacken in den Alpen und war Teil einer Ausreißergruppe über den Col du Galibier nach Alpe d’Huez. Carapaz, der Olympiasieger von Tokio, investierte viel Energie in den ersten Anstiegen, um seine knappe Führung in der Bergwertung zu sichern. Er war auf jeder der drei Alpenetappen in der Spitzengruppe und wurde von seinem EF-Team unterstützt. Sein Kampfgeist und seine Erfahrung führten zu diesem Erfolg, der seine Liste an Siegen erweitert.

Die Rolle von Tadej Pogacar und die verkürzte Schlussetappe

Tadej Pogacar, der Dominator der diesjährigen Tour, steuert auf seinen fünften Gesamtsieg zu. Auf der 20. Etappe stellte er seine eigenen Ambitionen hinter die seines Teamkollegen Isaac del Toro und agierte als Edelhelfer. Er blieb nach Evenepoels Attacke bei del Toro und zog ihn die letzten Kilometer in Richtung Ziel. Pogacars Teamkollege del Toro liegt im Gesamtklassement auf dem dritten Platz, 9:42 Minuten hinter Pogacar.

Die Schlussetappe der Tour de France am Sonntag wird aufgrund schwerer Waldbrände um 44 Kilometer verkürzt. Das französische Innenministerium hat entschieden, einen Teil der ursprünglich für die Absicherung der Etappe vorgesehenen Sicherheitskräfte abzuziehen, um die Einsatzkräfte in den von den Bränden betroffenen Regionen zu unterstützen. Die Lage in der Gironde nahe Bordeaux ist besonders ernst. Die Strecke der 21. Tour-Etappe wird somit von ursprünglich geplanten 133 km auf 89 km verkürzt.

Read Also

Source: eurosport.de

Leon Richter ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.